Lichterkette 2012 – Es war gigantisch!

  

Infopunktaufbau in Dettum und Volzum/Dettum

Wie 2009 – um halb sieben sind die Infopunkte besetzt – die ersten Menschen trudeln ein, der ein oder andere Feuerkorb brennt bereits  – mich überkommen wieder die Zweifel, ob es klappen wird, so viele Menschen auf die Straße zu bekommen – und DANN; erste Fackelnotrufe sind abgearbeitet – plötzlich sind die Straßen auch auf dem Land voll – die Gegend ein Lichtermeer – Richtung Apelnstedt wird geradezu gekuschelt, hier ist es eine Menschen-+Lichterkette – dicht an dicht –  nix von 5-10 Meter Distanz zu spüren, in Richtung Salzdahlum auch deutlich kürzere Abstände als 10 m/Person, den längeren Weg haben viele Sportler und auch Menschen ohne kleinere Kinder auf sich genommen- die Kette ist geschlossen ( „dabei war es so schwierig, Menschen in Richtung Salzdahlum zu bewegen, ein Radweg garantiert mehr Sicherheit – wichtig für Leute mit Kindern aber auch für die vielen älteren Mitbürger, die sich aus den Sickte und Umgebung auf den Weg gemacht haben, ihren Protest zu zeigen“ – so eine engagierte Infopunktbesetzerin) – in Salzdahlum Knäuelbildung – hoch nach Mascherode – ein Lichtermeer – dabei war dies noch einer von drei Punkten gewesen, der nicht ganz optimal besetzt erschien – Pustekuchen!!!
Und so schnell wie die Lichterkette sich aufgebaut hat, so schnell war’s auch wieder dunkel – nur vereinzelte Infopunkte hielten noch ihre Brandwache an den Feuerkörben und am Greenpeace -Stand an der Kreuzung nach Dettum sorgen Musiker von Rocking Horse dafür, dass keiner gehen will (wir freuen uns auf euer Benefiz-Konzert am 20.4. in der Wegwarte!!!)
Schade, die ganze Strecke habe ich nicht geschafft – die Rückmeldungen aber waren bestens – auch die Strecke Mönchevahlberg –Weferlingen war gut besetzt!
Vorher und zwischendurch tolle Erlebnisse – Wiedersehen mit Menschen, die man jahrelang nicht gesehen hat, Menschen, die sich spontan erkundigen, wo sie sich am besten in die Kette einreihen können, Gespräche mit älteren Mitbürgerinnen, die es aus gesundheitlichen Gründen nicht schaffen, an der Kette teilzunehmen, die dafür aber Geld spenden….und ,und, und….allein diese Erlebnisse sind die Arbeit wert und ………..sicher gibt es ganz viele ähnlich schöne Erlebnisse – Hallo Niedersachsen hat stellvertretend für alle Infopunkte am Beispiel Schacht Konrad einen sehenswerten Bericht gedreht. http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hallo_niedersachsen/media/hallonds8239.html

 hier kommt ein Bericht aus  Mönchevahlberg:

„Ich habe ab 17 Uhr mit vielen Helfern den Stand aufgebaut. Die Zeit verging wie im Sturzfluge. Die Leute kamen, haben Fackeln, Käsestangen-A und Kinderpunsch gekauft, Fragen gestellt, Problemchen (z.B. Toilette) gehabt und auf einmal war es halb 7. „Was ist jetzt dran?“ „Genau: Verteilen. Die Hälfte des Pulks geht bitte nach unten, die andere Hälfte geht nach oben.“ Plötzlich ist alles leer, die Leute sind alle zu weit gegangen, die Dorfstraße ist menschenleer. Mist. Ein Anruf bei mir: „Wir brauchen mehr Fackeln, unsere sind runter gebrannt, bezahlen tun wir später“. Mein Sohn fährt schnell mit dem Rad los und liefert. „Au nein, Hilfe, es ist 5 vor 7 und ich habe keine Zahl! „Riiichaaard, du solltest doch zählen, los schnell, wo bist Du denn? Fahr weiter und zähle, ich brauche die Zahl, looos!“ Und dann, die Turmuhr läutet, sieben Mal, laut und unüberhörbar, sie ist funkgesteuert und geht genau. Und ich habe keine Zahl. Da kommt er, völlig außer Atem. „Mama,87 !“ Super danke. Jetzt schnell die SMS.

Wir stellen die vereinzelt noch gekommenen Leute in der Dorfstraße auf und stellen ein paar Fackeln dazu. 10 nach 7. „Paul, pass bitte mal kurz auf den Stand auf, wir gehen mal nach unten gucken.“ Da sind jetzt mehr Leute, aber auf der Landstraße sind auch große Lücken erkennbar. „Nein, nein, das war eine dichte Kette, aber die wurde immer dunkler, die Fackeln sind im Wind so schnell runtergebrannt“, wird mir berichtet. Dann bin ich beruhigt.

„Und wie war es oben auf der anderen Landstraße?“  „Super, die Kette stand, es waren keine Lücken, es sah toll aus.“

Langsam kommen die Leute wieder am Stand zusammen und ich kann all das Versäumte noch sagen. „Die Lichterkette finanziert sich nur aus Spenden, es wäre nett, wenn Ihr die Zettel mitnehmt, hier guck mal, Nacht am Schacht“,  „4 Glühpunsch bitte“ , „Wo kann ich meine Fackel hintun, die ist noch heiß?“ , „Wo soll die dreckige Tasse hin?“.

Es ist eine nette Runde, die langsam kleiner wird. Gemütlich stehen wir noch bei der elektrischen Lichterkette, die unseren Stand erleuchtet beisammen.

Dann räumen wir alles weg. „Könntet Ihr bitte noch kurz mit anfassen? Stellt einfach  alles in meine Diele, das wäre nett. Dann sind alle weg, ich räume die stinkenden und nassen Fackelreste im Eimer aus meiner Diele vors Haus und gehe in die Küche. Frieden und Ruhe, die Kinder sitzen da und lesen, ich setze mich hin und gähne. Geschafft!

…und hier ein Bericht über den Infopunkt Ev. Stiftung Neuerkerode und Freunde (Kreuzung Hötzum/Richtung Apelnstedt) als pdf

  

    

Weitere Fotos und links zu Videos gibt es auf der Lichterkettenseite.