Die Auseinandersetzung um die Nutzung der Atomenergie geht weiter

Entgegen den Aussagen verschiedener Studien, die belegen, dass ein Ausstieg ohne Versorgungslücken, je nach Studie 2015 oder 2017 machbar ist, werden mit Beschluss des Bundestages vom 30.06.2011  jetzt nur die 7- 8 ältesten und unsichersten  AKW endgültig abgeschaltet.

Für die nächsten 2 Jahre plant die Bundesnetzagentur ein AKW als sogenannte Kaltreserve im Stand-bye Betrieb zu halten – ein sinnloses und teures Risiko.

9 Reaktoren, die ebenfalls ein hohes Risiko darstellen, bleiben am Netz, 6 davon werden erst in einem Jahrzehnt abgeschaltet – Laufzeitverlängerung für die Atomindustrie!

Der Umstieg auf erneuerbare Energien wird durch die geballte Abschaltung der restlichen AKWs in den letzten beiden Jahren 2021 /- 22 unnötig erschwert.

Die 4 großen Energieversorger wollen nun auch für den Bereich der Erneuerbaren Energien ihre Vormachtstellung geltend machen. Betreiber von Off-shore Windanlagen erhalten etwa doppelt soviel Einspeise-Vergütung wie die Betreiber der  kleinen Windräder an Land. Statt auf Dezentralisierung zu setzen, benötigt diese Art der Energieerzeugung den schnellen Ausbau der Überlandleitungen, was dazu führt, dass die Rechte von Ländern,  Kommunen und Bürgern beschnitten werden.

Die eilig durchgepeitschten Gesetzesvorlagen zum Atomgesetz sollen wohl auch davon ablenken, dass die Urananreicherungsanlage in Gronau unbefristet weiterlaufen darf, ja sogar weiter ausgebaut wird. (Die UAA-Betreiberfirma Urenco hat auch den japanischen Tepco-Konzern beliefert, der für die Atomkatastrophe von Fukushima verantwortlich ist.)

Nicht im Fokus der Öffentlichkeit steht ebenfalls die Brennelementefabrik in Lingen, in der das angereicherte Uran auf den weltweiten Einsatz in AKWs vorbereitet wird, auch sie darf weiterlaufen.

Die Hermesbürgschaften für neue AKW im Ausland sind von der sog. Energiewende der Bundesregierung ebenfalls nicht betroffen. So steht in den nächsten Wochen die Entscheidung über die Finanzierung des brasilianischen Atomreaktors Angra 3 an.

In Gorleben wird jeden Tag weitergebaut und damit werden Fakten geschaffen, die Suche in  Bayern nach einem Endlager für hochradioaktiven Atommüll ist lediglich ein Lippenbekenntnis.

Bis 2020 will Frau Merkel lediglich 35% des Strombedarfes aus erneuerbaren Energien gewinnen, obwohl die Ökostromverbände in diesem Zeitraum  47% für möglich halten – statt Ausbau setzt Frau Merkel auf Ausbremsen (Frau Merkel hatte dieses Ziel bereits im Herbst 2010 ausgelobt). Dies hat zur Folge, dass mehr Strom aus fossilen Kraftwerken nötig sein wird –angesichts der drohenden Klimakatastrophe ist dies verantwortungslos.

Das  Risiko einer Kernschmelze bleibt bestehen, ebenso  die Gefahr durch Flugzeugabstürze, gegen die am Netz bleibenden AKW nicht geschützt sind, der Atommüllberg wächst täglich-  wer trägt das Risiko?

All dies zeigt, dass  die Auseinandersetzung um die Atomkraft noch lange nicht beendet ist und wir uns weiterhin für die sofortige Abschaltung einsetzen müssen und werden.