27. Apr 2016


Atomkonzerne kaufen sich frei

Veröffentlicht um 21:12 Uhr unter Allgemein

Die Betreiber der Atomkraftwerke sollen 23 Milliarden Euro an einen staatlichen Fonds für die Endlagerung überweisen – damit soll der Ausstieg aus der Atomkraft finanziert werden, so der Beschluss der Atommüllkomission. Damit kaufen sich die Konzerne vom Risiko der Endlagerung frei, der Staat übernimmt die Entsorgung des Atommülls – es haftet, wie immer, der Steuerzahler, das Verursacherprinzip gilt nicht! Bei diesem sog. Kompromiss wird nicht berücksichtigt, dass der Atommüll Millionen Jahre strahlt und die Verursacher, die Konzerne damit aus der Haftung entlassen werden und sich wieder auf ihre Gewinnmaximierung konzentrieren können. Wie teuer die Endlagerung werden wird, kann heute noch niemand sagen. Den Rückbau der Atomkraftwerke und den Transport der nuklearen Abfälle sollen die Unternehmen weiterhin selbst bezahlen. Die Kosten dafür werden auf 19,7 Milliarden Euro geschätzt. Trotz dieses Deals protestieren EON, RWE, EnBW und Vattenfall, die ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit in Gefahr sehen. Dabei sind diese gerade dabei, sich durch Umstrukturierungen ihrer Pflichten zu entledigen. Sie betonen, dass die Zwischen- und Endlagerung allein die Aufgabe des Staates sei. Es geht, wie immer ums Geld – die Energieriesen versuchen mal wieder die Preise zu drücken.