10. Mrz 2013


Katastropheneinsatzplan am 9.3. in Groß Düngen

Veröffentlicht um 22:49 Uhr unter Archiv

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Schließen Sie die Türen und die Fenster dicht.                           
Vergessen Sie die anderen Öffnungen nicht.
Stellen Sie die Be- und Entlüftung ab.
Gehn Sie nicht mehr auf die Straße hinab.
Dann vermeiden Sie den Kontakt mit dem Tod,
der durch radioaktive Verseuchung droht.

Es besteht kein Grund zur Aufregung,
alle Maßnahmen zur Beseitigung
der Störung und ihrer Folgen sind schon im Gange –
bleiben Sie ruhig – es dauert nicht lange.

Dieses Lied von Gerd Schinkel  entstand in den 70er Jahren nach einer ernst gemeinten Vorlage aus dem Kernforschungszentrum Karlsruhe-Leopoldshafen und hat leider immer noch Gültigkeit. (http://gerdschinkel.jimdo.com/katastropheneinsatzplan/)  Es beeindruckte die Teilnehmer an der Dekontaminierungsstation in Groß Düngen. Diese wurde von den in Bus und PKW angereisten Teilnehmer aus Sickte, Wolfenbüttel und Umgebung an der Kreuzung zur B243 simuliert. ‚Bitte entkleiden Sie sich,‘ so wurden die vor dem Zelt wartenden Flüchtlinge aufgefordert. Der Geigerzähler knatterte im Hintergrund, bei stärkerer Verstrahlung musste die Mess- und Duschprozedur wiederholt werden. Anstelle der versprochenen Ersatzkleidung wurden die Flüchtlinge in Decken gehüllt (da die Kleidung nicht rechtzeitig von der zuständigen ‚Behörde‘ bereit gestellt werden konnte). Je nach ‚Verstrahlungsrad‘ wurden sie mit einem entsprechenden Aufkleber gekennzeichnet und weiterverwiesen. Alles war bestens geregelt – zumindest auf dem Papier! Jodtabletten waren nur begrenzt vorrätig und wurden in erster Linie an Schwangere, Kinder und Jugendliche ausgeggeben. ‚Bewahren Sie Ruhe‘ – daran hielten sich nicht alle Flüchtlinge, einige weigerten sich den Anordnungen der simulierten Katastophenschutzbehörde Folge zu leisten, Unruhe brach aus. An der Ampel suchten bei ‚Rot‘ verzweifelte Flüchtlinge eine Mitfahrgelegenheit aus dem verseuchten Gebiet 40 km entfernt vom AKW Grohnde.Wir waren auf dem 360 km Radius am 9.3. einer von über 200 Aktionspunkten und simulierten die Folgen eines fiktiven Gaus – glücklicherweise ist bisher die Katastrophe in Europa nicht eingetreten und damit dies nie passieren wird sind wir am 9.3. in Groß Düngen bei äußerst bescheidenem Wetter aber  mit viel Power und Humor auf die Straße gegangen und haben gemeinsam mit vielen anderen auf dem Aktionsradius deutlich gemacht, dass wir für die sofortige Abschaltung aller Atomanlagen eintreten und zwar solange, bis die letzte Anlage vom Netz genommen wurde!

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