19. Sep 2012


MOX-Brennelemente auf dem Seeweg nach Niedersachsen

Veröffentlicht um 21:23 Uhr unter Archiv

Laut einer dpa-meldung vom 19.09.12 ist wieder ein umstrittener Transport plutoniumhaltiger Mischoxid-Brennelemente (Mox) auf dem Seeweg unterwegs nach Niedersachsen. Das Schiff „Atlantic Osprey“, das zunächst acht Brennelemente nach Nordenham bringen soll, habe am frühen Mittwochmorgen den Hafen in Workington nahe Sellafield verlassen, sagte Greenpeace-Atomexperte Heinz Smital in Hamburg. Es werde voraussichtlich zwischen Samstagnachmittag und Montagmorgen in Nordenham ankommen.
Der Kreistag und der Stadtrat von Nordenham hatten sich am Montag in einer gemeinsamen Resolution dagegen gewandt, dass die Fracht in der Wesermarsch umgeschlagen werden soll.
Umweltschützer kündigten für Sonntag ein „Protest-Paddeln“ auf der Weser gegen die Transporte an. Mit Fahnen und Transparenten geschmückte Kajaks und Kanadier wollten in die Nähe eines privat betriebenen Hafens in Nordenham fahren, in dem die Brennelemente umgeschlagen werden sollen, teilte die Organisation Contratom am Mittwoch mit.
Am AKW Grohnde, dem Bestimmungsort der Lieferung, sollte am Mittwoch eine Dauermahnwache beginnen. Zudem waren weitere Demonstrationen entlang der möglichen Transportrouten durch Niedersachsen angekündigt. Nach einem Medienbericht erwarten die Betreiber der deutschen AKW noch den Transport von rund 100 weiteren Mox-Brennelementen aus ausländischen Wiederaufarbeitungsanlagen. Alleine bei E.on stehe die Lieferung von etwa 60 weiteren Brennelementen aus, berichtete die „Neue Osnabrücker Zeitung“.
Das Unternehmen EnBW habe mitgeteilt, dass rund 28 Mox-Brennelemente zurückerwartet würden. Auch RWE müsse noch Brennelemente zurücknehmen. Die Mox-Brennelemente wurden in den Wiederaufarbeitungsanlagen Sellafield (Großbritannien) und La Hague (Frankreich) gefertigt. Das darin enthaltene Plutonium stammt aus der Wiederaufarbeitung von Brennstäben deutscher AKW.

Infos über Protestaktionen unter http://grohnde-abschalten.de/