23. Okt 2011


26. November – 1. Advent im Wendland – der Castor kommt!

Veröffentlicht um 21:05 Uhr unter Archiv

Castor am 1. Advent / Flyer

Norbert Röttgen spricht von Dialog und Transparenz, outete sich aber im Schnelldurchgang als Basta-Politiker: Gorleben soll als Atommüll-Endlager ausgebaut werden, ohne Vorgespräche, alternativlos, ohne eine formale rechtliche Beteiligung der Bevölkerung. „Das nennen wir institutionelle Gewalt“, kommentiert dieses Verhalten Wolfgang Ehmke, Sprecher der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI).

Als Reaktion wird es auch in diesem Herbst wieder bewegte und bewegende Tage im Wendland geben: Aus Protest gegen den strammen Atom-Kurs der Bundesregierung erwartet die BI im November erneut zigtausende Menschen zur Kundgebung in Sichtweite der Castor-Verladestation in Dannenberg. Tausende werden sich in den Tagen danach an den unterschiedlichsten Aktionen zum Stopp des Transports beteiligen. Erneut werden Kirchen und Gemeindehäuser, Camps und Privathaushalte Schutz und Wärme bieten und die auswärtigen Protestler willkommen heißen.

„Atomstaat und Rechtsstaat beißen sich. Wenn der Castor rollt, bleibt die Demokratie auf der Strecke.” Die Bürgerinitiative ruft deshalb erneut dazu auf, sich den Protesten im Wendland anzuschließen: „Wir rufen alle Menschen auf, sich im November auf den Weg nach Dannenberg, Gusborn, Quickborn oder Gorleben zu machen, um mit den Füßen gegen den Atomkurs der Regierung abzustimmen. Schon im vergangenen Jahr wurde in Harlingen bei der Schienen-Sitzblockade von Tausenden von Menschen deutlich, dass mit vertretbaren polizeilichen Mitteln der Castor-Transport nicht durchsetzbar ist. In diesem Jahr gibt eine weitere Chance: Wenn wir mit zehntausend Menschen auf die Strecke gehen, kommen sie mit Gorleben nicht durch.”

Der nächste Castortransport wird ab Freitag, dem 25. November gen Wendland rollen. Ungeachtet der Debatte um die erhöhte Strahlenbelastung im atomaren Zwischenlager Gorleben bereitet sich die Polizei auf den nächsten Castor-Transport im November 2011 vor. Der Termin für die 13. Atommüllfuhre aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage Cap de La Hague nach Gorleben steht inzwischen fest. Die Recherche der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) ergab, dass die Polizei ihren Großeinsatz für den 25. bis 28. November terminiert. „Das wird dem ersten Advent einen neuen Gehalt geben: Ankunft des Castors“, meint BI-Sprecher Wolfgang Ehmke.  Die Landesregierung mache sich mit dieser getroffenen Terminierung völlig unglaubwürdig, kritisiert die BI. Bis Ende September muss die Gesellschaft für Nuklearservice (GNS) ihre Annahmebereitschaft mitteilen. „Ungeachtet einer ausstehenden erneuten Prüfung der Strahlenwerte durch das Niedersächsische Umweltministerium setzt das Innenministerium die Linie durch, dass der Transport wie geplant stattfindet, Niedersachsen macht sich zum Büttel der Atomindustrie und ihrer Entsorgungsnöte, wozu gibt es eigentlich Grenzwerte, wenn die keine Rolle spielen,“ fragt die BI. „Mit diesem Manöver tragen GNS und die Landesregierung zu einem  Mobilisierungsschub bei, wir werden das Atommülldilemma in den Fokus  der politischen Auseinandersetzung rücken“, sagte Ehmke.
Aufruf des Bündnis gegen den Castor 2011
In Zusammenarbeit mit anderen Initiativen wird die BASA einen Bus zur Demo am 26.11. organisieren – weitere Infos demnächst auf der homepage oder unter: BASA-Sickte@web.de
Hier ein Mobiliserungsvideo aus 2010: