11. Jul 2011


Asse II-Koordinationskreis – Presseerklärung zur Suche nach einem Zwischenlagerstandort für den Atommüll aus der Asse

Veröffentlicht um 20:04 Uhr unter Archiv

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) beabsichtigt, den Atommüll aus der Asse zurückzuholen. Für den zurückgeholten Müll soll ein Zwischenlager erstellt werden, denn er muss vor einer auf Dauer angelegten Lagerung möglicherweise für Jahre und Jahrzehnte zwischengelagert werden. Diese Zwischenlagerung muss so erfolgen, dass sie den höchstmöglichen Sicherheitsstandards folgt und von ihr die geringst mögliche Belastung der Bevölkerung ausgeht.

Der Asse II-Koordinationskreis fordert für den Standort eines solchen Zwischenlagers ein zügiges, kriterienbasiertes und ergebnisoffenes Auswahlverfahren.

Zu berücksichtigende Kriterien sind dabei insbesondere:

•Gefahren durch Bergschäden,

•Gefahren durch Brand oder Überflutungen,

•Abstand zur Wohnbebauung,

•Gefahren durch Transporte,

•Gefahren für eventuelle Trinkwasser-Gewinnung,

•Rückwirkung auf den Prozeßablauf der Rückholung,

•Gefahren durch Tieffluggebiete oder Truppenübungsplätze.

Für Bau und Betrieb müssen weiterhin folgende Kriterien gelten:

•Auslegung und Betrieb dieses Zwischenlagers müssen ausschließlich auf den Asse-Müll beschränkt bleiben.

•Ein privater Betreiber ist ausgeschlossen.

•Der Schutz vor Entwendung radioaktiven Materials muss gewährleistet sein.

„Ein Zwischenlager für den Atommüll aus der Asse muss mitnichten an der Asse errichtet werden,“ so Andreas Riekeberg, Mitglied des Asse II-Koordinationskreises, „denn Störfälle können vielfältige Ursachen haben und Transporte stellen nicht die einzige Gefahr für Kontaminationen durch Radionuklide dar. Der Betreiber sollte den am wenigsten unsicheren Ort suchen.“

Im Zusammenhang mit der Auswahl eines Ansatzpunktes für einen neuen Schacht in der Asse hat das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) einen gemeinsamen Standort für erforderlich erachtet. In der Studie „Konzept und Genehmigungsplanung für einen weiteren Schacht” heißt es: „Zur Vermeidung unnötiger Transportwege und zur Reduzierung von Störfällen ist es erforderlich, den Schacht und das Zwischenlager an einem gemeinsamen Standort oder in unmittelbarer Nähe zu errichten.”

Dazu erklärt Udo Dettmann für den Asse II-Koordinationskreis: „Auch vor dem Hintergrund der vielbeschworenen Transparenz von Politik und Behörden und der andauernden Proteste gegen andere Atommülllager-Standorte, z.B. in Gorleben, Ahaus und Lubmin, ist ein nachvollziehbares, zügiges, kriterienbasiertes und ergebnisoffenes Auswahlverfahren für die Zwischenlagerung des Atommüll aus der Asse unumgänglich.“

Presseerklärung des A2K zur Suche nach einem Zwischenlagerstandort für den Atommüll aus der Asse, 10. Juli 2011 als pdf